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Porträt: Sommerabende Nr. 1

Esther Abrami – Von der Kindheit bis heute

La Croix-Valmer freut sich, am 8. Juli 2026 im Forum Constantin die international renommierte Geigerin und Komponistin Esther Abrami begrüßen zu dürfen. Wir hatten das Glück, vor ihrem Konzert in La Croix-Valmer ein Gespräch mit der Künstlerin zu führen.

Seit meinem neunten Lebensjahr war die Violine mein Lebensziel.

Die Geige war keine Leidenschaft wie jede andere, so wie das Theater. Das Geigenspiel war für mich von Anfang an eine sehr ernste Angelegenheit. Auch wenn ich mir vorgestellt hatte, Floristin zu werden, habe ich mich sehr schnell dafür entschieden, Violinistin zu werden, wenn ich groß bin. Es war die Tätigkeit, die mir am besten gefiel, und diese Entscheidung drängte sich mir als selbstverständlich und als das Wichtigste in meinem Leben auf. Anfangs fiel es mir leicht, aber der Weg dorthin war von harter Arbeit geprägt. Manchmal war ich sogar entmutigt, denn es ist ein sehr wettbewerbsintensives Umfeld. Dennoch wusste ich, dass ich dort meinen Platz gefunden hatte.

Anfangs haben mir die sozialen Medien geholfen, mich bekannt zu machen

Die sozialen Netzwerke haben es mir ermöglicht, mich von anderen abzuheben und von Sony – dem Plattenlabel, bei dem ich meine verschiedenen Alben veröffentlicht habe – sowie von Konzertveranstaltern gesehen zu werden. Aber danach war echte Überzeugungsarbeit nötig. Denn in den sozialen Medien bekannt zu sein, ist eine Sache, aber diese Bekanntheit so umzuwandeln, dass meine Musik auf den Plattformen gehört wird und die Zuschauer zu meinen Konzerten kommen, ist eine ganz andere Sache. Man könnte sagen, dass die sozialen Netzwerke mir zum Durchbruch verholfen haben. Es ist eine Form der Sichtbarkeit, die weder Barrieren noch Grenzen kennt.

Dem jungen Publikum klassische Musik näherzubringen, bedeutet, meine Leidenschaft zu teilen

Der Wunsch, klassische Musik bekannt zu machen, geht auf meine Zeit am Royal College of Music in London zurück. Ich war sehr überrascht über das Desinteresse der jungen Schüler an klassischer Musik. Nur sehr wenige junge Menschen hörten sich diese an. Seitdem wollte ich immer verstehen, warum das so war und vor allem, wie ich sie dazu bringen könnte, sich klassische Musik zu hören. Das ist in der Tat ein wichtiger Bestandteil meiner Art und Weise, meine Leidenschaft zu leben.

Women, ein Album zu Ehren der Komponistinnen

Ein weiteres meiner Anliegen ist es, in meiner Musik die Komponistinnen hervorzuheben, die mich inspiriert haben. Schon auf meinem allerersten Album habe ich Komponistinnen einbezogen. Das Album Women war ein Projekt, das ich schon sehr lange im Kopf hatte. Auf der Bühne verbinde ich die Geschichten von Frauen mit Musikstücken. Es ist ziemlich lustig zu sehen, welche Wirkung das auf das Publikum und insbesondere auf die Frauen hat. Das bringt mich zum Lächeln. Women ist eine Hommage an diese Komponistinnen, von denen nicht alle Ruhm erlangt haben. Die brasilianische Pianistin und Dirigentin Chiquinha Gonzaga hat meinen Werdegang besonders geprägt. Ihr Mut hat mich sehr bewegt, denn zu jener Zeit (sie wurde 1857 geboren) waren die Dinge für eine Frau nicht so einfach. Sie hat über 2.000 Werke geschrieben, darunter das berühmte Lied „O’ Abre Alas“. Sie trat als freie Frau auf und kämpfte ihr ganzes Leben lang für ihre Rechte. Sie hatte das Glück, schon zu Lebzeiten bekannt zu sein. Mir liegt diese Freiheit selbst sehr am Herzen – sowohl in der Art und Weise, wie ich die Bühne belebe, als auch in meinen künstlerischen Entscheidungen oder in meinen eigenen Kompositionen.

Aktuell erscheint mein neues Album Amour.

Ich habe gerade die erste Single aus meinem kommenden Album veröffentlicht, das am 9. Oktober erscheint und in dem ich alle Facetten der Liebe erkunden werde, seien sie nun positiv oder negativ. Es ist kein Album, auf dem die romantische Liebe gefeiert wird. Für dieses Album habe ich eine Suite für Violine und Orchester mit neun eigenen Kompositionen geschrieben. Es ist mein umfangreichstes Werk als Komponistin, bei dem jedes Stück eine Situation oder eine Emotion rund um die Liebe darstellt!

Abend des 8. Juli 2026

Mein Programm ist in zwei Teile gegliedert. Der gesamte erste Teil dreht sich um mein Album Women, auf dem ich Geschichten erzähle und versuche, das Publikum in Begleitung einer Komponistin auf eine Reise von Land zu Land mitzunehmen. Und zwar in chronologischer Reihenfolge, bis hin zur ersten noch lebenden Komponistin von Filmmusik. Diese Komponistin wird den Auftakt zum zweiten Teil des Konzerts bilden, in dem ich das Publikum dazu einlade, Filmmusik neu zu entdecken.

Ein herzliches Dankeschön an Esther Abrami, die sich vor ihrem Konzert am 8. Juli 2026 um 21h im Forum Constantin in La Croix-Valmer die Zeit für dieses Gespräch hinter den Kulissen genommen hat. Wir freuen uns schon jetzt darauf, sie auf dieser wunderschönen Open-Air-Bühne mit Blick auf das Meer wiederzusehen und mit großem Applaus zu begrüßen.

©FlorianSaez